Montag, 11.09.2017

Jusos positionieren sich zu prekären Beschäftigungen

"Sozial ist, was Arbeit schafft", will die CSU ihren Wählern und dem Rest des Landes weismachen.

Immer mehr Menschen in Deutschland können trotz eines Vollzeitjobs nicht von ihrem Lohn leben. Von einem jährlichen Urlaub, oder einer Altersvorsorge können sie nur träumen. Und nein, das ist leider absolut kein Einzelfall.

Was ist daran sozial? Vielleicht, dass sie Vollzeit arbeiten dürfen? Oder etwa, dass sie keinerlei Chancen haben einer Altersarmut zu entkommen?

Wir sagen es offen heraus: Wenn ein Mensch 8 Stunden am Tag arbeitet und er am Ende nicht genug Geld bekommt um davon ordentlich leben zu können, dann ist das nicht sozial. Ganz im Gegenteil, das ist für die Betroffenen in höchstem Maße demütigend.

Klartext: Liebe CSU, ihr zwingt Menschen dazu unterbezahlter Arbeit nachzugehen, um eure Arbeitslosenstatistik zu schönen. Das ist nicht sozial sondern in höchstem Maße asozial.

Wir Jusos sind uns der Tatsache bewusst, dass die Politik der SPD zu dieser Misere beigetragen hat. Aber: Unabhängig davon, ob die Agenda 2010 damals notwendig war, oder nicht, sie muss korrigiert werden. Und zwar schnell. Ungerechtigkeiten wie Minijobs, Abrufarbeit, oder Leiharbeit müssen beseitigt werden. Es muss unbedingt einen Mindestlohn geben, der es einem Menschen ermöglicht, von seiner Arbeit gut zu leben. Die Arbeitgeberpolitik der Union muss beendet werden. Wir Jusos fordern das übrigens nicht, weil es gut klingt oder Wählerstimmen bringen könnte - wir fordern das, weil wir selbst der kommenden Generation der Arbeitnehmer angehören. Es geht auch um unsere Zukunft.