Dienstag, 13.06.2017

Jusos fragen beim OB nach: Ist Afghanistan für Abgeschobene ungefährlich?

Ist Afghanistan für Abgeschobene ungefährlich? - Ein offener Brief der Jusos an den Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm

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Sehr geehrter Herr Schramm,

aus gegebenem Anlass würden wir Sie gerne um eine Stellungnahme bezüglich der Abschiebungen nach Afghanistan bitten. Wie Sie sicher wissen, halten Ihre Parteikollegen Horst Seehofer und Joachim Herrmann eine Rückkehr nach Afghanistan, trotz der aktuellen Anschlagserien und andauernder, kriegsähnlicher Zustände, immer noch für zumutbar und wollen weiterhin an den Abschiebungen festhalten.

Gerade weil unser Kulmbacher Mitbürger Saheel direkt von einer solchen Abschiebung betroffen ist, interessiert es die Kulmbacher, wie Sie, Herr Schramm, allgemein zu diesen Abschiebungen stehen. Wir wissen natürlich, dass Sie und Landrat Klaus Peter Söllner sich persönlich für Saheel stark gemacht haben und diesen "bedauerlichen Einzelfall" kritisiert haben. Jedoch sagt das nichts über Ihre Einstellung zu dieser Abschiebepraxis nach Afghanistan aus.

Aus diesem Grund würden wir gerne von Ihnen wissen, wie Sie, als Oberbürgermeister der Stadt Kulmbach, eine Abschiebung in ein unsicheres Land, wie Afghanistan, einschätzen.

Ist Ihrer Meinung nach eine Abschiebung nach Afghanistan für die Betroffenen ungefährlich?

Bitte verstecken Sie sich in Ihrer Antwort nicht hinter richterlichen Beschlüssen, geltendem Recht, oder parteipolitischen Absprachen. Die Kulmbacher wollen wissen, was ihr Oberbürgermeister denkt und ob er, wie die CSU, an Abschiebungen nach Afghanistan festhält.

 

Mit freundlichen Grüßen

Julian Seiferth
Kevin Kutnohorsky
Simon de Ridder
David Langenberger